Frieren Frauen wirklich schneller als Männer?

Ja, Frauen frieren schneller! Obwohl der weibliche Teil der Bevölkerung eigentlich hart im Nehmen ist, empfindet "Sie" Kälte als deutlich unangenehmer als "Er". Eine Ursache dafür ist die unterschiedliche Körperzusammensetzung: Das schöne Geschlecht hat rund ein Drittel weniger Muskelmasse als die Herren der Schöpfung und da Muskelgewebe durchblutet und aktiv ist und ständig Wärme produziert, friert derjenige, der mehr davon hat, weniger. Körperfett, von dem die Damen normalerweise mehr haben, besitzt zwar eine isolierende Wirkung – aufgrund moderner Schönheitsideale wird dieser Vorteil jedoch gerne vermieden.


Doch nicht nur das Verhältnis von Muskel- zu Körperfettmasse spielt eine Rolle, sondern auch das Frau-Sein an sich. Der weibliche Körper ist dafür konzipiert, ein Kind austragen zu können – deshalb will die Natur, dass besonders der Rumpf immer gleichmäßig warm bleibt. Bereits unter 15 °C Außentemperatur werden Arme, Hände, Beine, Füße, Ohren und Nase sparsamer durchblutet und "beheizt" – damit es der eventuelle Nachwuchs im Körperinnern auf jeden Fall kuschelig warm hat. Das hat den für den Fortbestand der Menschheit wichtigen Effekt, dass frau sich nicht zu lange in der Kälte aufhalten will (was dem Nachwuchs zugutekommt).


Außerdem strahlen Frauen stärker. Hier ist nicht das Strahlen im Gesicht gemeint, sondern das Abstrahlen von Wärme. Da die Damen üblicherweise eine geringere Körpergröße haben als die Herren, sorgt das Verhältnis zwischen Volumen und Oberfläche für einen höheren Wärmeverlust. Generell und geschlechtsunabhängig frieren Menschen mit einem kleinen, zarten Körperbau eher als große und massige. 


Man spricht von jemandem, der "ein dickes Fell" hat oder "dickhäutig" ist – und will damit ausdrücken, dass an solch einer Person Manches abprallt. Tatsächlich spielt die Dicke der Haut bezogen auf die Wärmeisolierung ebenfalls eine Rolle: Da die männliche Oberhaut um etwa 15 Prozent dicker ist als die weibliche, "prallt" auch die Kälte stärker ab – ein weiterer Grund, warum Frauen tatsächlich kälteempfindlicher sind.


Alles in allem ist es also völlig in Ordnung, wenn ein Kavalier fürsorglich seiner fröstelnden Begleitung seine Jacke um die Schultern legt: Sie weiß das zu schätzen und Er kommt derweil auch ohne aus. Da nicht immer ein Kavalier in der Nähe ist, sollte man sich (selbst ist die Frau) eher etwas wärmer kleiden, auch an entsprechendes Schuhwerk, Schal und Handschuhe denken und gerade jetzt, im Herbst und Winter, mithilfe des "Zwiebelsystems" gegen Kälte rüsten.

Weitere Artikel

Unsere Empfehlungen für Sie